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Bandverletzungen
im Sprunggelenk

Ein Beitrag von Bernd Lasarzewski

Bänderrisse im Sprunggelenk sind eine sehr häufige Verletzung im Sport. Durch reine Bagatellereignisse wie Umknicken kann es zu dieser Schädigung des Bandapparates kommen. Besonders betroffen sind die Außenbänder am Sprunggelenk, weshalb sich dieser Beitrag mit der Diagnose und Behandlung dieser Verletzung beschäftigt.

Im Bereich des Außenknöchels gibt es drei Bänder, welche der Stabilisierung dienen. Bei den Verletzungen der Außenbänder kommt es sehr häufig zu Zerreißungen des vorderen und mittleren Bandes. Das hintere Band ist durch seinen Verlauf weniger gefährdet (vgl. Abbildung).

Unfallereignis

Im Fußballbereich treten Zerreißungen der Außenbänder im Sprunggelenk vor allem nach einem Tritt des Gegners gegen den Knöchel oder durch ein Umknicken bei der Landung nach einem Kopfball auf. In beiden Fällen überschreitet das ungeschützte Gelenk mit hoher Geschwindigkeit die kritische Kippgrenze, der Muskel reagiert nicht schnell genug. Ein übermüdeter oder unzureichend aufgewärmter Muskel führt aufgrund seines herabgesetzten Reaktionsvermögens zu einer besonderen Gefährdung. Erhöhte Verletzungsgefahr liegt außerdem bei einer schlechten Koordinationsfähigkeit der Muskeln vor.

Diagnose

Nach der Verletzung berichtet der Patient über einen starken Schmerz im Bereich des Innen- und Außenknöchels. Über der Außenseite des oberen Sprunggelenkes bildet sich recht schnell eine starke Schwellung. Bei der Untersuchung findet der Arzt einen typischen Druckschmerz an der Außenknöchelspitze und im Bereich der Weichteile darunter. Der Fuß wird in der ersten Zeit aufgrund der starken Schmerzen nicht voll belastet. Ein Bluterguß bildet sich meist erst nach ein bis zwei Tagen. Des weiteren findet sich ein vermehrter Vorschub des Sprungbeins sowie eine vermehrte Aufklappbarkeit im Bereich des Knöchels. Bei komplett durchgerissenen Bändern verschwindet der starke Schmerz relativ schnell wieder, weshalb diese Verletzung häufig unterschätzt, beziehungsweise nicht erkannt wird. Grundsätzlich wird eine Röntgenaufnahme zum Ausschluß einer knöchernen Verletzung angefertigt. Hilfreich bei der genauen Diagnose können auch die sogenannten gehaltenen Röntgenaufnahmen des Sprunggelenkes sein (hierbei wird der Fuß in eine spezielle Haltevorrichtung eingespannt und dabei belastet).

Behandlung

Bis vor etwa zehn Jahren wurden alle Außenbandrisse im Bereich des Sprunggelenkes operativ therapiert. Hier hat es jedoch in den vergangenen Jahren einen starken Trend hin zur konservativen Behandlung (ohne Operation) gegeben. Bis zum Verschwinden der starken Schwellung im Bereich des oberen Sprunggelenkes erhält der Patient eine Gipsschale. Nach zirka fünf bis sieben Tagen wird der Patient dann mit einer speziellen Orthese (Plastikschiene) versorgt. Mit dieser Orthese kann der Fuß in einem Sport- oder Konzeptionsschuh normal belastet werden. Bis zur Ausheilung der gerissenen Bandstruktur vergehen rund sechs Wochen. Für diesen Zeitraum wird auch die Ruhigstellung in der Orthese durchgeführt. In Ausnahmefällen wird weiterhin operativ behandelt. Welche Gründe für eine Operation sprechen, wird von Fall zu Fall entschieden.

Rehabilitation

Nach einem Außenbandriß bedarf es selten einer intensiven Nachbehandlung, da nach Abnahme der Orthese die Beweglichkeit im Sprunggelenk schnell wieder zu erreichen ist. Im Einzelfall sollte jedoch eine krankengymnastische Nachbehandlung mit Geh- und Koordinationsschulung durchgeführt werden. Nach etwa sieben bis acht Wochen ist der Patient sportlich wieder voll belastbar.