Sprengung des Schultereckgelenkes:


Ursachen:

Zu der Sprengung des Schutereckgelenkes kommt es fast ausschließlich durch einen Sturz auf die Schulter, wie er 
z.B. beim Fußball, Reiten, Handball oder Radfahren vorkommt. Bei dieser Verletzung wird das äußere Ende der Schulter (Acromion) heruntergedrückt und das Schlüsselbein wird durch starke Bänder festgehalten. 
Als Folge dieser Verletzung bricht entweder das Schlüsselbein oder die Bänder des Schultereckgelenkes zerreißen.






Diagnostik:

Die Verletzung der Bandstrukturen wird am häufigsten nach der Klassifizierung von Tossy in drei Schweregrade eingeteilt. 

Grad I: Dehnung der acromioclaviculären Bänder
Grad II: Zerreißung der acromioclaciculären Bänder und 
Dehnung der coracoclaviculären Bänder
Grad III: Zerreißung der acromioclaviculären und der
coracoclaviculären Bänder

Eine weitere Einteilung dieser Verletzung wurde von Rockwood angegeben auf welche ich hier jedoch nicht eingehen möchte.

Um die Diagnose zu stellen erfolgt zunächst die körperliche Untersuchung des Patienten. Bei allen drei Verletzungsgraden findet man einen Druckschmerz über dem Schultereckgelenk. Fast immer findet sich auch eine Schwellung über diesem Gelenk. Bei den Schweregraden II und III sieht man oft eine hämatogene Verfärbung. Bei der Tossy III Verletzung erkennt der Patient selber einen Hochstand des äußeren Schlüsselbeines. Die Beweglichkeit in der verletzten Schulter ist fast immer, mehr oder weniger stark, eingeschränkt. Speziell beim Schweregrad III lässt sich vom Untersucher das äußere Schlusselbeinende wie eine Klaviertaste hinunterdrücken, welche sich anschließend wieder nach oben bewegt.

Die endgültige Diagnose wird anschließend anhand von Röntgenaufnahmen gestellt.
Zur genauen Klassifizierung und entgültigen Unterscheidung der Verletzung in den Schweregrad II oder III werden Gewichte von 10 - 15 Kg an den Handgelenken des Patienten befestigt und anschließend erfolgt noch einmal eine Röntgenaufnahme. 

                         

Röntgenaufnahme mit Gewichten             Hochstand des Schlüsselbeines (TossyIII)

Therapie:

Die stabile Tossy I Verletzung wird nicht operiert und sollte möglichst bald nach der Verletzung konservativ mit Krankengymnastik behandelt werden.
Bei der Tossy II Verletzung ist ebenfalls in aller Regel die konservative Therapie mit Krankengymnastik, Strombehandlung und abschwellenden Medikamenten ausreichend. Bei Patienten die jedoch viel über Kopf arbeiten müssen oder auch Handball-, Basketball- und Volleyballspielern ist die operative Therapie oft die bessere. 
Die Tossy III Verletzung sollt operativ behandelt werde.


Operative Therapie:

Die am häufigsten durchgeführte operative Therapie ist die Stabilisierung des Schultereckgelenkes mit einem Spickdraht welcher zunächst durch das Acromion gebohrt wird, dann wird das äußere Schlüsselbeinende in seine ursprüngliche Lage gedrückt und anschließend wird der Draht weiter in das Schlüsselbein hineingebohrt. 



Röntgenaufnahme direkt nach der Op


Diese Stabilisierung kann zusätzlich noch mit einer Drahtschlinge stabilisiert werden, was jedoch nicht immer notwendig ist. Weitere Möglichkeiten zur Stabilisierung des gesprengten Schultereckgelenkes sind die Verwendung von Schrauben und Platten, welche jedoch oft einen größeren operativen Aufwand bedeuten.


Postoperativ erfolgt eine Ruhigstellung im Gilchristverband, aus welchem heraus jedoch Bewegungsübungen duchgeführt werden dürfen. Nach 6-8 Wochen wird der Spickdraht wieder entfernt.