T i p s     v o m     S p o r t a r z t

Die Verrenkung
des Schultergelenkes

Ein Beitrag von Bernd Lasarzewski

Eigentlich nur ein Reflex: Ein Spieler wird gefoult, versucht jedoch, den Sturz mit den Armen abzufangen. Doch durch diesen Reflex können schlimme Verletzungen auftreten. In erster Linie eine Schulter-Luxation.

Die Schulter-Luxation (Verrenkung) ist eine relativ häufige Sport-Verletzung. Dazu kommt es meist dann, wenn ein Sportler bei einem Sturz die Arme anhebt und versucht, damit den Körper abzufangen. Speziell wenn das Gewicht auf einem Arm lastet und der Arm bei diesem Sturz nach außen gedreht wird.
Die anteriore Luxation (Verrenkung nach vorn/unten) ist die häufigste Form. Leider kann es bei Schulterverrenkungen zu weiteren "g e w o h n h e i t s m ä ß i g e n" Luxationen kommen. Das heißt, diese tritt später relativ leicht ohne wirkliches Unfallereignis auf.
Der Sportler bringt seine verletzte Schulter sofort nach dem Unfallereignis in eine Schonhaltung (der Unterarm wird vor dem Bauch festgehalten). Ein starker Schmerz tritt im gesamten Arm, speziell aber im Schulterbereich auf. Eine sofortige Behandlung bei einem Arzt ist notwendig.


Grafik : Henne

Diagnose

Bei der ersten Diagnose fällt die oben beschriebene Schonhaltung des Armes sowie eine Unfähigkeit, den Arm im Schultergelenk zu bewegen, auf. Der Oberarmknochen läßt sich oft als eine Verwölbung in der Achselhöhle tasten und dort wo sich eigentlich der Oberarmkopf (in der Gelenkpfanne) befinden sollte, kann häufig die leere Gelenkpfanne getastet werden. Zur genauen Sicherung der Diagnose wird ein Röntgenbild angefertigt.

Behandlung

Meist ist es so, daß die Komplikationen einer Schulterverrenkung umso geringer sind, je schneller das Gelenk wieder eingerenkt wird. Ebenfalls ist dann der Heilungsprozeß auch kürzer. Häufig ist es nur möglich, die Schulter unter Narkose wieder einzurenken.
Nachdem dies geschehen ist, wird der Arm in einem speziellen Verband für zirka vier bis sechs Wochen am Körper fixiert gehalten. Durch diesen Verband wird der Gelenkkapsel sowie den Bändern Zeit zur Ausheilung gegeben. Unterbleibt eine solche Ruhigstellung des Armes, besteht die Gefahr der Kapsel/Bandüberdehnung sowie einer späteren Gelenkinstabilität. In den letzten Jahren hat sich die Therapie jedoch ein wenig gewandelt, so daß man heutzutage gerade bei jungen Sportlern häufig eine frühzeitige operative Stabilisierung durchfuhrt.

Rehabilitation und Rekonvaleszenz

Ganz gleich, ob konservativ oder operativ vorgegangen wird, so sollte nach einer Ruhigstellung des Armes von vier bis sechs Wochen mit einem intensiven Rehabilitationsprogramm begonnen werden, da das Schultergelenk leider dazu neigt, schnell zu versteifen. Das Reha-Programm besteht hauptsächlich aus Bewegungsübungen sowie aus einem speziellen Krafttraining, um das Schultergelenk durch eine gute Muskulatur zusätzlich zu stabilisieren. Im Allgemeinen ist die Sportfähigkeit des Patienten nach zwei bis drei Monaten wieder hergestellt.