T i p s     v o m     S p o r t a r z t

Sprengung des
Schultereckgelenks

Ein Beitrag von Bernd Lasarzewski

Zweikämpfe in der Luft ziehen oft den Sturz einer der beiden Kontrahenten nach sich. Eine häufige Verletzung nach einem solchen Sturz ist die Schultereckgelenksprengung. Der folgende Beitrag erläutert, was hierbei passiert, und wie diese Verletzung behandelt werden kann.

Wie ist das Schultereckgelenk aufgebaut? Es verbindet das Schlüsselbein mit dem Akromionfortsatz des Schulterblattes (siehe Abb. 1). Bei einem direkten Sturz auf die Schulter kann es passieren, daß die gelenk-stabilisierenden Bänder zerreißen, und das Schlüsselbein aus dem Gelenk herausspringt und nach oben absteht (siehe Abb. 2).

Anatomische Darstellung der Schulterregion

Anatomische Darstellung der Schulterregion. Abb. 2 zeigt eine komplette Luxation (3. Grades), bei der alte relevanten Bänder gerissen sind. In diesem Fall ist eine operative Versorgung notwendig.

Diagnose

Die verletzte Person gibt meist einen starken Schmerz im gesamten Schulterbereich an, jedoch wird der Hauptschmerz auf das Schultereckgelenk projiziert. Die Beweglichkeit im Schultergelenk ist eingeschränkt, und bei der Untersuchung findet der Arzt ein sogenanntes "Klaviertastenphänomen" (das äußere Ende des Schlüsselbeins kann wie eine Klaviertaste hoch- und runtergedrückt werden) vor. Die genaue Diagnose wird dann anhand einer Röntgenaufnahme gestellt. Noch besser erkennen kann man diese Verletzung auf einer Röntgenaufnahme, welche mit Gewichtsbelastung erfolgt. Der Patient trägt dabei ein Gewicht von etwa 10 bis 15 Kilogramm in beiden Händen. Die Schultereckgelenksprengungen werden nach Tossy in drei Grade eingeteilt: Diese Einteilung nimmt der Arzt anhand der gerissenen Bandstrukturen sowie dem Hochstand des äußeren Schlüsselbein-Endes vor. Die Behandlung der Tossy-I und Tossy-II-Verletzungen erfolgt konservativ (ohne Operationen) mit gezielten Bewegungsübungen. Der Grad III dieser Verletzungen bedarf einer operativen Versorgung, wobei die gerissenen Bandstrukturen genäht werden, und das Schlüsselbein heruntergezogen wird.

Rehabilitation

Nach erfolgter Operation wird der verletzte Arm in einem speziellen Verband für etwa sechs Wochen fixiert. Aus diesem Verband heraus dürfen vorsichtige Bewegungsübungen unter krankengymnastischer Anleitung durchgeführt werden.
Nach sechs bis spätestens acht Wochen werden die zur Fixierung angebrachten Drähte und Schrauben wieder entfernt und der Patient darf seinen Arm wieder frei bewegen. Gerade nach dieser Zeit ist es jedoch wichtig, daß Bewegungsübungen unter krankengymnastischer Anleitung und ein Muskeltraining die Wiederherstellung der vollen Beweglichkeit unterstützen. Die volle Sportfähigkeit wird nach zirka zehn Wochen erreicht.